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Stand: 23.11.2017

Senioren

Pflegezukunft

Babyboomer gehen bald in Rente

Aufsichtsratsvorsitzende Irene Hilz (Caritas FRG) im Gespräch mit den Verantwortlichen der Caritas ambulanten Pflege: (v.li.) Sonja Michl (stv. PDL), Renate Kloiber (PDL), Marco Binder (stev. PDL)

Freyung | "Keinesfalls als 'Prüfungstermin' soll mein Besuch gewertet werden", betonte Irene Hilz (Aufsichtsrats-Vorsitzende, Caritasverband FRG) beim Arbeitsgespräch in der Caritas Sozialstation FRG. "Mir geht es um Information, nicht um Kontrolle!" Um das "Ist-Soll" für die ambulante Pflege in der Region im Allgemeinen und bei der Caritas im Speziellen: Personal, Einsätze, Klienten und deren Angehörige. "Wer wird uns in Zukunft pflegen?", so die zentrale Frage. 

Wer soll uns in Zukunft pflegen?

Mit einem sehr hohen Anteil an ausgebildeten Alten- und Krankenpflegern können sich die Sozialstationen der Caritas FRG über eine sehr hohe Fachkraftquote freuen, 46 allein in Freyung an der Zahl. Mehrheitlich liegt der Pflegegrad bei unseren Patienten dabei zwischen 3 und 4. Oft braucht das Familiensystem zuverlässige Entlastung. Mit den über 100 ehrenamtlichen Helfern gegen Aufwand können die Sozialstationen auf eine zuverlässige Betreuung zurückgreifen. Dort geht es nicht Pflege, sondern um Begleitung. "Wir stellen uns da immer auf unsere Pflegepatienten und der Familien ein. Und wir fahren auch bis an den hintersten ‚Zipfel‘ des Landkreis! Die Kräfte in der Pflege werden verbindlich nach Tarif bezahlt. "Eher die Ausnahme, denn die Regel in unserem Beruf. Wir setzen auf hohe Pflegestandards", so Renate Kloiber (PDL der Sozialstation Wolfsteiner Land). "Leider wird das von außen kaum gesehen: Weil wir in Trägerschaft der Kirche sind, reagieren häufig die Klienten und deren Angehörigen mit größeren Unverständnis auf Preis-Erhöhungen, als bei privaten Anbietern. Es wird einfach nicht gesehen, dass auch wir von der Caritas uns auf einen sehr schwierigen Markt bewegen müssen. Kosten, die die Pflegekassen uns auferlegen, müssen wir - genauso wie die anderen - weitergeben. Pflege nach hohen Standards kostet!" 

So funktioniert die digitale Zeiterfassung (MDA) in der Caritas Pflege

Digitalisierung und soziale Vernetzung

Mit der mobilen Zeiterfassung (MDA) wird jede Pflegetätigkeit am Patienten genau erfasst - notwendig und transparent für Personal, Leitung und Pflegekasse. "Anfangs etwas ungewohnt für unsere Leute, aber so kann der Aufwand für die Dokumentation geringer gehalten werden.", erklärte Kloiber. "Die Zeiten, wie lange wir für Kämmen, Insulinspritzen, etc. brauchen, sind uns ja durch die Kassen genau vorgegeben. Mit den MDA-Geräten bekommen wir damit wieder etwas Luft." Digitalisierung in der Pflege als Stichwort: Wo sieht der Caritasverband da die Pflegesituation in der Zukunft? Marco Binder, stellv. Pflegedienstleiter: "Keine Maschine kann den Dienst am Menschen ersetzen!" Er sieht die Möglichkeiten der digitalen Welt eher als Chance. Auch für die Pflegepatienten und deren Angehörigen. Und dazu: "Unser größtes Plus: unser Netzwerk in der Beratung und Betreuung. Egal welche Probleme sich in der Familie auftun, mit den vielen Beratungsmöglichkeiten - von Sozial- & Schuldner-Beratung bis hin zur psych. Gesundheit." Die Caritas FRG kann einen weiten Bogen der Hilfestellung geben. "Ich vergesse nicht den einem Herrn, der seine Frau nach über 60 Jahren verloren hatte. Und damit den Lebensmut. Er kam nach einem Unfall ins Krankenhaus. Er hatte eigentlich schon mit allem abgeschlossen - wollte er nur noch zum Sterben nach Hause. Unsere Pflege- und Betreuungskräfte haben ihn wieder so aufgerichtet, dass er auch wieder Freude hat. Er kann jetzt wieder selbstständig einkaufen gehen, nimmt am. Leben wieder teil.", freute sich Binder.

Die Caritassozialstation Grafenauer Land stellte sich zum aktuellen Presse-Foto auf.

Die Caritassozialstation Wolfsteiner Land stellte sich zum aktuelle Pressefoto auf.

Die Babyboomer kommen!

Durch die steigenden Zahlen an Pflegebedürftigen in Zukunft - die "Babyboomer" gehen bald in Rente - müssen neue Lösungen gefunden werden. "Ich würde nicht alles so schwarz malen", forderte Sonja Michl (Stellv. Pflegedienstleitung, Caritas Sozialstation). "Heutzutage gehen die Menschen viel offensiver mit dem Thema: 'Alter-Pflege-Gebrechlichkeit' um. Klar, geburtenstarken Jahrgänge werden auf immer weniger Pflegepersonal treffen. Aber dafür können wir jetzt schon neue Ideen ausloten, wie sich das soziale Umfeld von Freunden, Nachbarn und Angehörigen qualifizieren lässt. Viele Teilnehmer von Schulungen für Demenz und Hauskrankenpflege wollen zunehmend auch über Alternativen für das eigene Alter Info und Tipps mitnehmen, z.B. Alternative Wohnformen der Zukunft. Hier müssen wir unseren Sachverstand einbringen. Perspektiven für die drei Stufen des Alters entwickeln helfen." Es gelte das Leben in den eigen vier Wänden so lange als möglich zu erhalten. 

- c m g 


Bildunterschriften:
© Caritas FRG | 
TEASER + Bild 1: Irene Hilz (Aufsichtsratsvorsitzende, Caritas FRG) im Gespräch mit den Verantwortlichen der Caritas ambulanten Pflege: (v.li.) Sonja Michl (Stellv. PDL), Renate Kloiber (PDL), Marco Binder (stellv. PDL), Irene Hilz.
Bild 2: So funktioniert die digitale Zeiterfassung MDA) in der Caritas Pflege.
Bild 3: Die Caritas Sozialstation Wolfsteiner Land zum aktuellen Pressefoto-
Bild 4: Die Caritas Sozialstation im Altlandkreis Grafenau zum aktuellen Pressefoto.

 

 

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