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Stand: 23.11.2017

Kinder- und Jugendhilfe

Erziehungsberatung

Rückblick auf den Wandel in der Gesellschaft

EB-Team (v.li.) Inge Teichert-Sand, EB-Leitung Aloisia Rothenwührer, Stephan Unbehagen, Silvija Schönweitz-Prokschi, Marie-Luise Kümmerl und Christina Kandlbinder.

FRG | "So vielfältig wie die Gesellschaft, genauso unterschiedlich auch immer die Probleme, die an uns herangetragen werden: Aber gerade das macht den Reiz unserer Arbeit aus!", so Aloisia Rothenwührer (Leitung).Seit 35 Jahre arbeitet die Diplom Sozialpädagogin beim Caritasverband FRG, ganz nach dem Motto: "Einmal EB - immer EB! Zurzeit zählen zum Team 2 Diplom Sozialpädagogen, 3 Diplom Psychologinnen und eine Teamassistentin, mit insgesamt 3,5 Vollzeitstellen.

Das Jahr im Rückblick

Nach einem kurzen Überblick über die letzten 40 Jahre in der Beratungsstelle, lieferte Rothenwührer die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr. 
Die Fallzahlen im Jahr 2019 befinden sich auf einem ähnlich hohen Niveau, wie 2018. Die Neuanmeldungen betrugen im vergangenen Jahr 199 Familien - bis November 2019 konnten 186 Neuanmeldungen verzeichnet werden.
Die Gründe für die Inanspruchnahme der Erziehungsberatung waren 2019 mit über 50 Prozent Belastungen der Kinder durch familiäre Konflikte, wie Trennung oder Scheidung und Sorgerechts- oder Umgangsstreitigkeiten , sowie eine eingeschränkte Erziehungskompetenz der Eltern. Auffälligkeiten im sozialen Verhalten oder bei der Entwicklung und seelische Probleme, die nicht zuletzt in Problemen in Schule und Beruf münden, betreffen gerade einmal ein Fünftel der betreuten angemeldeten Kinder. Die Unversorgtheit des jungen Menschen oder eine Kindeswohlgefährdung liegen weit unter 10 Prozent. Landkreisweit werden zwei Drittel der Familien aus dem Wolfsteiner Altlandkreis betreut. Und: 42 Prozent der Klienten müssen für eine Fachberatung weniger als eine Woche warten. Alleinerziehende (Väter, Mütter und Großeltern) 46 Prozent und Ursprungsfamilien Prozent nehmen dabei die Angebote der EB mehrheitlich in Anspruch.

Renate Cerny fand als stellvertretende Landrätin klare Worte, warum die Arbeit der Erziehungsberatungsstelle so wichtig für das Gelingen von Familie ist.

Nur im Miteinander gelingt es

Familien in all ihren Zusammensetzungen sind heute einem ständigen Wandel ausgesetzt: Eine wachsende Zahl fühlt sich von den Erwartungen und Erfordernissen, die im Erziehungsprozess gestellt werden, verunsichert, oft überfordert. Die regionale Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung unterstützt Eltern im Erziehungs- und Familienalltag. Gemeinsam mit der Familie wird nach Lösungen der Probleme gesucht und offenen Fragen beantwortet.  
Bei der regen Diskussion in der Beiratssitzung kam das sog. "Wechsel-Modell" bei Scheidungsfamilien immer wieder ins Gespräch. "Das wird auch bei uns im ländlichen Raum immer häufiger nachgefragt", informierte Stephan Unbehagen die Beirats-Mitlieder. Bei dieser Betreuungskonstellation leben die Kinder nach der Scheidung zu annähernd gleichen Zeitanteilen abwechselnd bei beiden Elternteilen. "Das kann aber nur funktionieren, wenn die räumliche Nähe der beiden elterlichen Wohnungen gegeben ist. Die Schule muss nicht gewechselt werden. Die sozialen Bindungen im Freundeskreis oder im Sportverein können erhalten bleiben", schlussfolgerte der Leiter des Sozialpädagogischen Dienstes Herbert Pilger. Für 2020 will die Beratungsstelle neben der klassischen Erziehungsberatung, wieder das Elterntraining "Kinder im Blick" (KIB) anbieten. Elternabende im präventiven Bereich sind geplant.

Beiratssitzung (v.li. Siegfried Seibold, Herbert Pilger, Stephan Unbehagen, Kreisrätin Maria Ederer, Irene Hilz (Aufsichtsratsvorsitzende), Aloisia Rothenwührer und Josef Bauer (Geschäftsf. Vorstand).

Kinderschutz

Das Thema "Kinderschutz" wird sowohl in Kooperation mit dem Kreisjugendamt, wie auf überregionaler Ebene breiten Raum einnehmen. Fr. Cerny beendet den offiziellen Teil der Sitzung mit den Worten:" Kinder sind das wertvollste Gut eines Volkes, sie sind unsere Zukunft. Es ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, Kindern ein gedeihliches Aufwachsen zu ermöglichen. Die Erziehungsberatungsstelle des Kreis-Caritasverbandes ist ein nicht wegzudenkender Hilfspartner der Familien - und das seit 40 Jahren. 
Neben starken Eltern wird in der Zukunft noch mehr frühe Prävention ein wichtiges Element sein und die Vernetzung aller Hilfssysteme aller Fachdisziplinen im Vordergrund stehen."
Nach der EB-Beiratssitzung 2019 lud das Team der Beratungsstelle, die Gäste aus Verband, Landratsamt und Kreisrat zu einer kleinen Feierstunde ein. Unter den Gästen: Irene Hilz (Vorsitzende des Aufsichtsrats des Kreiscaritasverbandes FRG), Max Niedermeier (Aufsichtsrat des Kreiscaritasverbandes FRG) Josef Bauer (Geschäftsführender Vorstand des Kreiscaritasverbandes FRG), Siegfried Seibold und Herbert Pilger (Kreisjugendamt FRG), Renate Cerny (stellv. Landrätin, Kreisrätin und Mitglied des Aufsichtsrates des Kreis-Caritasverbandes FRG), Maria Ederer (Kreisrätin).

- c m g 

Info unter Tel. 08551 585 60.


Bildunterschriften:

Foto 1 und Teaserbilde: © Laura Seidl | caritas FRG: Das Team: Macht sich für die Familien in unserer Region stark: Das EB-Team (v.li.) Inge Teichert-Sand, EB-Leitung Aloisia Rothenwührer, Stephan Unbehagen, Silvija Schönweitz-Prokschi, Marie-Luise Kümmerl und Christina Kandlbinder.
Foto 2: © cmg | caritas FRG: Renate Cerny fand als stellvertretende Landrätin klare Worte, warum die Arbeit der Erziehungsberatungsstelle so wichtig für das Gelingen von Familie ist.
Foto 3:: © cmg | caritas FRG: Alles andere als frontale Information 2019 zur Beiratssitzung (v.li. Siegfried Seibold, Herbert Pilger, Stephan Unbehagen, Kreisrätin Maria Ederer, Irene Hilz (Aufsichtsratsvorsitzende), Aloisia Rothenwührer und Josef Bauer (Geschäftsf. Vorstand).



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