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Stand: 04.12.2015

Pressemitteilung

Projekttage zum Thema Flucht im BBZ

 Schon gehört.....?

 Presseartikel: Erschienen am Freitag, 27.11.2015 im Bayerwald Bote / Regen

Thema Flucht

"Krieg, Flucht, angekommen und gemeinsam leben im Bayerischen Wald" - Projekttage im Berufsbildungszentrum Marienheim in Regen

"Schade, dass so viel Verachtung herrscht" - das war nur eine von vielen Meinungen der Mädchen im BBZ Marienheim bei einer Podiumsdiskussion, die im Rahmen der Projekttage zur Flüchtlingsthematik geäußert wurde.

Seit Sommer leben im BBZ Marienheim neben den Auszubildenden auch jugendliche Flüchtlingsmädchen und -jungen in verschiedenen Wohngruppen in der Nähe zum Marienheim. Das verändert den Alltag aller jungen Menschen, zwingt dazu sich mit dem Zuzug vieler Flüchtlinge und den daraus resultierenden Fragen und Problemen zu stellen.

Dies war der Anlass sich in einem Projekt der Thematik anzunehmen, mit dem Ziel die jungen Menschen aus den verschiedenen Ländern und Kulturen einander näher zu bringen, sich eine Meinung zu bilden, oder seine bisherige Sichtweise  zu hinterfragen.

Die Mädchen des BBZ informierten sich am Montagabend über Fluchtursachen, Fluchtwege und das Leben in Flüchtlingslagern in Irak oder Afrika. Außerdem wurde die preisgekrönte Foto-Ausstellung "Zuagroast"- Flüchtlingsalltag im Bayerischen Wald des Migrationsdienstes des Kreis-Caritasverbandes im Haus aufgebaut.  Durch die Bilder und Infotafeln erhielten die Mädchen einen guten Eindruck über das Leben und den Alltag der Flüchtlinge in einer Gemeinschaftsunterkunft.

Anschließend wurden Meinungen und Fragen der Mädchen gesammelt, die als Einstieg in eine Podiumsdiskussion am Dienstagabend dienten. Unter der Moderation von Frau Tanja Stich (Einrichtungsleitung) diskutierten sechs Mädchen und Frau Marlies Bachmeier (Internatsleitung).  

Es wurde viel Solidarität mit den Menschen geäußert, die alles verloren haben und in der Fremde mit einer fremden Sprache  und Feindseligkeiten fertig werden müssen. Es kamen aber auch Ängste zutage, weil, wie einige Mädchen erzählten,  manche junge Männer gerade am Bahnhof oder im Zug  in Englisch oder in einer fremden Sprache versuchen, ein Gespräch anzufangen, oder  die Handynummer austauschen wollen. Es wurde rege diskutiert.

Einige Mädchen, die selber einmal als Flüchtlinge nach Deutschland kamen erzählten, dass sie sich einfach nur  wünschten, angenommen und mit Respekt behandelt zu werden. Es wurde auch deutlich, dass das BBZ längst eine multiethnische Gemeinschaft ist. Mit den deutschen Mädchen leben nicht nur die  Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Kongo sondern  auch Mädchen aus Tschechien, Griechenland, Kosovo und Polen im Marienheim. Eine Auszubildende schilderte auch wie schwer es auch ihr gefallen sei nach der Wende als Ostdeutsche hier in Bayern integriert und akzeptiert zu werden und wie schwer es ihr gefallen ist den bayerischen Dialekt zu verstehen.

Eine Schlussbemerkung  der Diskussion war, dass Rassismus schlecht  ist und dass man viel öfter über solche Themen reden sollte.

Der Mittwoch  stand  ganz im Zeichen der Begegnung. Gemeinsam mit allen Flüchtlingsjugendlichen wurde ein festliches Buffet vorbereitet. Da gab es Horaketschalu, eine Art Gemüsepuffer  aus Afghanistan und "Langos, aus Tschechien sowie "Maglooba" -  ein syrisches Fleischgericht neben "Bayerisch Kraut mit Hosenknöpf" und griechischem Griespudding. Gekocht wurde natürlich gemeinsam und geschmeckt hat es allen hervorragend.

Ein buntes Programm mit Gesang und Tanz aus den Herkunftsländern der Jugendlichen vermittelte am Nachmittag einen Eindruck von der Vielfalt der Kulturen. Ob das traurige Lied aus Syrien, vorgetragen von Masud oder der Sirtaky aus Griechenland, den Joanna mit allen zum Schluss  tanzte, es gab einiges zum Sehen und Staunen, zum Lernen und auch zum miteinander Lachen.

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